Ortsgruppe
Taufkirchen
Bauernverband und BN kritisieren Landverbrauch

 

Seit mehr als acht Jahren kämpfen der Bund Naturschutz und der Bauernverband, mit vielen anderen Verbänden im „Bündnis zum Flächensparen.“ Die umstrittenen Wachstumspläne der Flughafen München GmbH (FMG) verstärken den Landverlust für Landwirtschaft und Natur in der Region.

 

Im Landkreis Erding bringen die großen Infrastrukturprojekte massive Einschnitte für die Landwirtschaft mit sich. Neben der geplanten 3. Startbahn, für den die Betreiber rund 1780 ha Land veranschlagen, gehen weitere 908 ha für Ausgleichsflächen für die landwirtschaftliche Nutzung verloren. Der Druck zu weiteren Verkehrsprojekten und die Ausweitung von Gewerbegebieten wächst mit diesem Vorhaben mit. Kürzlich erklärte der BBV-Kreisobmann Anton Kreitmair aus Dachau: „Auf versiegelter Fläche wachsen keine Lebensmittel. Und was vielen nicht bewusst ist, auf versiegelten Flächen wird kein CO2 gebunden.“

 

Der massive Flächenverbrauch wurde auch beim Kreisbauerntag in Dorfen von den Bauern angemahnt. Reflexartig präsentierte Landrat Bayerstorfer die Lösung. „Wir müssen bei den Ausgleichsflächen mehr Flexibilität zeigen und benötigen in Zukunft intelligente Lösungen, zum Beispiel Mehrfachkombinationen.“ Dafür soll beim Landratsamt eine neue Stelle geschaffen werden, die sich mit dem Ausgleichsmanagement befasst.

 

Landschaftsarchitekt und BN-Ortsvorsitzender Eckehard Manschek erwartet schon sehr gespannt die intelligenten Vorschläge, die da vom Landratsamt kommen. „Bei den Ausgleichsflächen sehen wir keinen großen Spielraum für mehr Flexibilität. Was der Landrat unter einer sinnvolle Mehrfachnutzung versteht, werden wir sicher interessiert verfolgen.“

 

Seit Anfang 1970 haben Bayers Bauernfamilien 500.000 Hektar Land verloren - soviel wie die ganze landwirtschaftliche Nutzfläche in ganz Niederbayern. „Deshalb unterstützen wir ausdrücklich die Aktion „Stoppt den Landfraß!“ vom Bauernverband. Vielleicht sollten wir, wenn im Landkreis Erding die Grenzen des Wachstums erreicht zu sein scheinen, die strukturschwachen Regionen in Bayern fördern. Ein geplantes Drehkreuz im Erdinger Moos, das der Region nur Lärm, Umweltverschmutzung, Umsteiger und Naturverlust bringt, führt sicher nicht zu mehr Lebensqualität für die Menschen die hier leben.“ So Rainer Forster von der BI Holzland abschließend.